Hartmut Schmidts Antwort zur Broschüre der Initiative Natursteine Vulkaneifel

Als Befürworter der aktuell in der Öffentlichkeit massiv kritisierten Erweiterung der potentiellen Lava- und Basaltabbauflächen in der Vulkaneifel von 400 auf über 2000 ha ist die „Initiative Natursteine Vulkaneifel“ mit einer an alle Haushalte verteilten Hochglanzbroschüre zum Gegenangriff angetreten. Unter diesem so harmlos klingenden Namen beklagen die Abbauunternehmer ihre inzwischen öffentliche Rolle als „Buhmänner und Landschaftszerstörer“ und kündigen eine sachliche Information der seit Jahrzehnten  vom Raubbau an der Natur und ihren Bodenschätzen geplagten Eifelbewohner an.

Nach ihrer Darstellung diene die ungehemmte und exzessive Gesteinsausbeutung in einer besonders schutzwürdigen Landschaft auf der Grundlage einer vom Staat geregelten „Rohstoffsicherung“ sogar der Daseinsvorsorge für nachfolgende Generationen.

Die ohne Rücksichtnahme auf Natur- und Landschaftsschutz in ihrem Interesse vorgesehene Freigabe fast aller noch vorhandenen Vulkanberge mit „Vorrang vor allen anderen Nutzungen“ solle auch nicht bedeuten, dass es tatsächlich zur Rohstoffausbeutung komme, wie bisher sogar bis zur Aufhebung von Naturschutzauflagen üblich.

Sie erwähnen auch die für alle Natursteinunternehmer geltende „Verpflichtung zur Nachhaltigkeit“ bei ihren Bemühungen, die Eifelvulkane in riesige Gruben umzuwandeln. Wachsen denn abgebaute Berge und abtransportierte Gesteine im echten Sinne von Nachhaltigkeit wieder nach?

Die letztlich zugegebenen und von ihnen nicht zu verleugnenden Eingriffe in die Landschaft führten im staatlichen Genehmigungsverfahren angeblich zu einem „Interessenausgleich zwischen Rohstoffgewinnung und Ökologie“ und nach der Ausbeutung der Rohstoffe zu einer „Rückgabe der Flächen“. Ein echter Ausgleich nach den europaweit geltenden Eingriffsregelungen würde aber zum Verbot der Eingriffe oder zumindest zu hohen Ausgleichszahlungen führen, die sich auch positiv auf eine Verringerung der Abbaumengen auswirken könnten. Und die „Rückgabe“ einer ausgeräumten Lavagrube für einen vorher intakten Vulkankegel ist für die Vulkaneifel eindeutig ein schlechter Tausch.

Keine Zahlen in der Broschüre über die riesigen Abbaumengen der letzten Jahrzehnte und die noch auf Jahrzehnte ausreichenden Vorräte in den heutigen Gruben. Keine Aussagen über die Auswirkungen des Gesteinsabbaus auf unsere in Zukunft noch wichtiger werdenden Wasservorkommen in den vulkanischen Wasserspeichern. Über die Verluste an Arbeitsplätzen und Entwicklungschancen der Erholungs- und Gesundheitsfunktionen unserer Vulkaneifellandschaft, als Folge einer systematischen Zerstörung durch eine ungehemmte und sogar noch auf die fünffache Fläche ausgedehnte Rohstoffausbeutung!

Dafür als „sachliche“ Information für die Bevölkerung und Einstieg in eine gleichberechtigte Problemdiskussion schöne Bilder mit viel grüner Eifelnatur und ein bisschen Lava- und Basaltgrube. Die brutale Realität der immer größer und tiefer werdenden Gruben in einer Art Mondlandschaft wäre ja auch nicht hilfreich, die Bevölkerung von einem „Weiter so“ bei der Rohstoffausbeutung in der Vulkaneifel zu überzeugen.

In einer unheiligen Allianz mit dem Bergamt sollen durch eine maßlose Ausweitung der Vorrangflächen im Regionalplan offensichtlich die Einflussmöglichkeiten der Bürger und Gemeinden noch mehr beschränkt, vielleicht auch die Pachtzahlungen durch das erweiterte Angebot verringert und – wie in der Landesverordnung des neuen Natur- und Geoparks bereits erfolgreich praktiziert – die Abwehrmöglichkeiten des Naturschutzes beim Gesteinsabbau weitgehend ausgeschaltet werden.

Es wird Zeit für ein Umdenken und für unser aller Einsatz zur Erhaltung der Eifelvulkane!

 

Hartmut Schmidt, Daun (Mitglied der Interessengemeinschaft (IG) Eifelvulkane)

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