Grubensteckbrief Deudesfeld

Aktueller Abbau

Die Lavagrube in Deudesfeld (Deudesfeld 4 (West)/RPF 2483) befindet sich östlich von Deudesfeld an der Kreisgrenze zum Nachbarlandkreis mit Zufahrt von der L 76. Betreiber ist ?????.
Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau und Geologie (LGB) beträgt die Gesamtfläche der Rohstoffpotenzialfläche (RPF) 21 ha mit einem geschätzten Abbauvolumen von 4 mio t Lavasand. Vom LGB waren davon rund 11 ha mit einem Abbauvolumen von 2,1 mio t genehmigt, die bis auf ca. 0,1 mio t bereits abgebaut sind.

Empfehlung als Ergebnis des Lösungsdialogs vom 05.06.2018

Nach dem Fachbeitrag des agl-Büros Saarbrücken sollen im neuen Regionalplan neben den 11 ha bereits genehmigten Flächen weitere rund 10 ha als „Vorranggebiet” festgelegt werden.
Insgesamt 11 bei der Abwägung zu berücksichtigende „fachgesetzliche Regelungen” wurden im Fachbeitrag ermittelt:

  • Hohe Bedeutung für Landschaftsbild und Erholung (1 x Stufe Ia)
  • Erholungsraum mit landesweiter Bedeutung, Naturpark Vulkaneifel, Landschaftsteil mit mittlerer Bedeutung für Landschaftsbild und Erholung, Landschaftsschutzgebiet, Fließgewässer 3. Ordnung, 300 m-Puffer zu Siedlungsfläche, 100 m-Puffer zu Siedlungsfläche, (7 x Stufe II)
  • schutzwürdiges Biotop (Biotopkartierung), Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte, Erholungswald angrenzend (3 x Stufe III)
Konzept der Planugsgemeinschaft vom 16.04.2020

Das vorläufige Konzept der Planungsgemeinschaft (PlG) Trier übernimmt den agl-Vorschlag mit der geplanten Festlegung von weiteren 10 ha als „Vorranggebiet” nicht , sondern beschränkt sich auf die Festlegung von 11 ha als „Vorrang/genehmigt”.

Ergebnis Runder Tisch der Kreisverwaltung vom 20.05.2014

Unter Hinweis auf die Lage in der „landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaft – Maargebiet und Vulkanberge – mit sehr hoher Bedeutung” sowie die unmittelbare Nähe zur Ortslage Deudesfeld werden zusätzliche Abbauflächen mit Ausnahme einer beantragten geringen Erweiterung um ca. 5,5 ha abgelehnt.

Forderung der IG Eifelvulkane

Die weitgehend ausgebeutete Lavagrube befindet sich im „Erholungsraum mit landesweiter Bedeutung” (Landschaftsrahmenplan Trier 2009). Im Kreiskonzept soll daher für das Kerngebiet der Vulkaneifel ein Ausschluss für den zukünftigen Rohstoffabbau festgelegt werden.

Besonderheiten

Das unmittelbar östlich angrenzende Naturschutzgebiet „Meerfelder Maar” im Nachbarlandkreis wurde im agl-Fachbeitrag nicht berücksichtigt.

Kritik und offene Fragen
  • Die fachlich nicht nachvollziehbare Empfehlung belegt exemplarisch die systematischen Mängel des agl-Fachbeitrags im Rahmen des Lösungsdialogs.
  • Laut Unternehmervereinigung VERO handelt es sich um eine „Fläche, in der sich nur noch in den genehmigten Flächen Rohstoffe befinden” (Schreiben vom 06.08.2018).
  • Die oberen Naturschutzbehörde hat begründete Bedenken gegen den weiteren Lavaabbau in dieser Grube (Schreiben vom 02.08.2018)
  • Ein Planungsinstrument „Vorrang/genehmigt” verstößt gegen das Landesplanungsgesetz.
Quellen: https://www.plg-region-trier.de/index.php/materialien/loesungsdialog-rohstoffsicherung-vulkaneifel
Verfasser: Hartmut Schmidt, Vertreter der anerkannten Naturschutzverbände in der regionalen Planungsgemeinschaft Trier
Stand: 27.07.2020

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