Ausschlussgebiete – St. Florian läßt grüßen

Kommentar von Hildegard Slabik-Münter

Einige „Schlaue Bauern“ bringen auf ihre eigenen und auf gepachtete Felder die Gülle aus, die in anderen Regionen mit Massentierbetrieben nicht mehr verwendet werden kann. Würde man die Felder dort mit all der anfallenden Gülle düngen, wäre das Grundwasser ungenießbar.

Für die in der Eifel gepachteten Felder kassieren die Landwirte auch noch staatliche Subventionen. Mit dem doppelten Verdienst aus Subventionen und der Gülleverwendung steigt der Nitratgehalt im Grundwasser z.B. in Birgel am 6.5.2013 auf 50 mg/l.

Übrigens: Wasser für Säuglings-Nahrung darf nur mit Nitrat kleiner als 10 mg/l belastet sein.

Die Einhaltung der Grenzwerte in Norddeutschland oder den Niederlanden trägt demnach zum erhöhten Nitratwert in der Eifel bei.

Durch Wasserschutzgebiete – also lokale Verbote – wird das Problem nicht gelöst, dessen Ursache in der ethisch nicht zu rechtfertigen Massentierhaltung und aus Kostengründen nicht ausreichend genutzte Vergärung von Gülle zur Gasgewinnung liegt.

Lokale Verbote ähneln immer dem Gebet an St. Florian. Heiliger St.Florian verschon mein Haus, zünd´ andere an.

Genau so wirken Ausschlussgebiete, mit denen der Gesteinsabbau begrenzt werden soll. Diese Gebiete, etwa um die Dauner Maare – mit Ausnahme von der Hohen List, dem Mäuseberg, dem Fuchskopf beim Feriendorf in Daun – bleiben vom weiterem Abbau zunächst ausgeschlossen. An anderer Stelle – in Strohn, Hohenfels, Pelm, Bolsdorf und Ahütte – geht der Raubbau und die Landschaftsvernichtung – immerhin 10 Mio Tonnen je Jahr – unvermindert weiter.

In dem derzeit laufenden Dialogverfahren stehen sich zwei unvereinbare Interessen entgegen: die profitsüchtigen Abbauunternehmen und diejenigen, die Landschaftsschutz als Voraussetzung der Existenz von Sprudelunternehmen und Touristikbetrieben sehen.

Da jeder Berg nur einmal abgebaut wird, kann es nur einen Kompromiss geben. Von jetzt auf gleich, lässt sich der Abbau nicht stoppen. Möglich ist allerdings, dass der Abbau innerhalb einer bestimmten Frist – etwa 10 Jahre – auf den derzeit lokal benötigten Verbrauch von maximal 600 000 Tonnen je Jahr begrenzt wird. Wenn der Dialog hingegen einige weitere Gebiete vom Abbau ausnimmt und ansonsten bei der jährlichen Abbaumenge bleibt, stehen die Naturschutzverbände und die Interessengemeinschaft Vulkaneifel mit leeren Händen da. So haben wir es vor 10 Jahren in Strohn und Hohenfels erlebt. Die einmalige Vulkanlandschaft der Eifel wird weiter vernichtet.

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