Die Bedeutung des Grundwassers in der Vulkaneifel

Gisela Kannenberg (IG-Eifelvulkane)

Laut LGB (Landesamt für Geologie und Bergbau) – Fachbeitrag für die aktuell anstehende Fortschreibung des Regionalplans Trier besteht ein Sicherungsauftrag für alle Rohstoffpotentialflächen.

Zu diesem Rohstoff gehört auch das Wasser.

Und dieses Grundlebensmittel gilt es zu schützen. Hier in der Vulkaneifel, gerade hier.

Forderungen namhafter Wissenschaftler:

In seinem Bericht „Grundwassergefährdung durch den Rohstoffabbau in der Vulkaneifel“ aus dem Jahr 2011 sagt Dr. Franz May (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover ) :

Vulkaneifel: Dort treten in den Kalkmulden u. im vulkanischen. Lockergestein hohe Grundwasserneubildungsraten auf. Spitzenwerte für RLP 300mm/Jahr = das 5 – 10-Fache dessen, was im Grundwassermangelgebiet Islek erreicht wird.“

Dr. Weiler ( Oberlandesgeologe des Geologischen Landesamtes von RLP , heute LGB ) forderte bereits 1987 :

Die Hillesheimer Kalkmulde, das Oberbettinger Buntsandsteingebiet und die Region Gerolstein/Daun, im Zentrum der Vulkaneifel, beinhalten wichtige Dargebotsreserven. Die genannten Regionen sind zukünftig von überregionaler Bedeutung für die Wasserversorgung. Daher sollten die wertvollen Grundwasservorkommen der Vulkaneifel generell im Interesse kommender Generationen vorrangig vor irreversiblen Eingriffen geschützt werden.“( Zitat aus dem Jahr 2000)

Die Richtlinie für Trinkwasserschutzgebiete fordert bereits im Februar 1995: Verletzen der grundwasserüberdeckenden Schichten, z.B. Erdaufschlüsse, Bohrungen, Sprengungen, Freilegung der Grundwasseroberfläche sind unzulässig.

Prof. Dr. Georg Büchel (Universität Jena) sagt: „Wassersicherung oder Vulkanabtragung“ ( Zeitschrift Wissenschaft und Geotourismus).

Diese Forderungen namhafter Wissenschaftler und der Richtlinien für Trinkwasserschutzgebiete müssen ohne Wenn und Aber umgesetzt werden, denn nur 2,5 % des Weltwassers sind trinkbar (SWR2 9.9.2015). Der Verbrauch dieses Wassers ist seit 1900 um mehr als das Sechsfache gestiegen.

Wir erkennen, welch kostbares Gut das Trinkwasser ist, das es zu schützen gilt.

Grund-und Trinkwasser im Vulkaneifelkreis heute

Das durch die Vulkanberge gefilterte und gespeicherte Niederschlagswasser ergibt große Mengen sauberen Grundwassers und damit auch Trinkwassers von hoher Qualität und Quantität. Dazu einige Zahlenangaben:

  1. Hier werden im Jahr 13 Mill. m³ Trinkwasser für 250 000 Menschen gefördert,
    davon für den Eigenbedarf von 60 000 Menschen 5 Mill. m³,
    die übrigen 8 Mill. m³ werden in andere Landkreise exportiert: z.B.:

  2. Aus der Nohner Kalkmulde werden 1,8 Mill. m³ /Jahr exportiert:

in 30 Ortschaften im Kreis Cochem-Zell ,

in die VG Kelberg ,

in 50 Orte im Kreis Ahrweiler .

  1. Die Qualität des Trinkwassers aus dem Gruppenwasserwerk Daun ist hoch.

Das Grundwasser hier ist 40 Jahre alt, es dauert 3 Jahre, bis der Niederschlag 3m tief gesickert ist. (Nachhaltigkeit !!!) Also: Das Trinkwasser von übermorgen wird in der Gegenwart gebildet.

Wir sehen, der Vulkaneifelkreis verfügt über einen Wasserschatz. NOCH!

Wie lange noch? Es gibt so viele

Gefahren für das Wasser

  1. Nitratverseuchung durch Überdüngung, s. Eifelkreis Bitburg-Prüm (Karte)
    Wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser hat die EU-Kommission dieser Tage eine Klage gegen Deutschland beim EuGH eingereicht (s. TV 8.11.16).

2.)Grundwasser-Gefährdung durch Mikroschadstoffe wie Hormone u. Arzneimittel aus der Tier- u. Humanmedizin, die in Wasser- u. Klärwerken nicht eliminierbar sind. Jährlich kommen lt. Dr. Franz May 1000 neue synthetische Mikrostoffe dazu.

3.)Die Flächen, auf denen Niederschlag versickern und zu Grundwasser werden kann, werden immer rarer:

  • – Lt. Dr. Franz May: 5,4 Hektar Boden werden pro Tag in RLP versiegelt,

  • – lt. Statistischem Bundesamt (TV 28.4.16 ) werden in Deutschlandd. 69 ha /Tag zugebaut, das entspricht 100 Fußballfeldern,

  • – lt. Dr. Reiner Dambeck (Institut für Physische Geografie an der Universität Fkft/Main ) (Bodenspezialist und Ideengeber bei der Renaturierung des Eichholzmaares ) gehen in Deutschlandd insgesamt 100 ha/Tag an Boden verloren durch Bebauung, Versiegelung, Erosion, Überdüngung, Überschwemmungen…..
    Er zitiert den Wissenschaftler Albert Fallou (1862) : Eine Nation, die ihren Boden zerstört, zerstört sich selbst.

Wir müssen wissen, dass Bodenentstehung ein langwieriger Prozess ist und nicht innerhalb von Lebenszeiträumen weniger Menschen entstehen.

Schlussfolgerung:

Meine Ausführungen lassen erkennen, wie sehr heutzutage Grundwasser und Trinkwasser gefährdet sind. Weltweit! Angesichts der daraus resultierenden zukünftigen Wasserknappheit fordern wir zusammen mit Dr. Ing. Markus C. Casper ( Professor für Physische Geografie und Geoökologie Uni Trier ): Kein Abbau von Speichergesteinen. Der Lavaabbau verhindert die Neubildung von Grundwasser, indem er die Schutzschicht für Grundwasser vernichtet. Die Gruben sind eine Gefahr für das Grundwasser, weil die Wasserschutzschicht verschwunden ist und dort oft illegale Ablagerungen stattfinden.

Auf das Wasser bezogen heißt das an die Adresse der Verantwortlichen bei der Fortschreibung des Regionalplans Trier gerichtet:

Sorgen Sie dafür, dass uns nicht buchstäblich das Wasser abgegraben und der Boden unter den Füßen entzogen wird.

Durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligter sollte die Grundlage des Lebens, nämlich das Wasser, geschützt und erhalten werden. Für uns, unsere Kinder, unsere Enkel und Nachkommen. Das, nur das, ist Nachhaltigkeit.

(Referat von Gisela Kannenberg gehalten beim Lösungsdialog Vulkaneifel, Nov 2016)

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