Der Wartgesberg – eine Deponie in der Grube

In der Vulkaneifel wird Berg für Berg verkauft und abgetragen. Die Gruben werden immer größer und tiefer und sollen sich in Zukunft weiter vermehren. Das ist bekannt und Grund für wachsenden Widerstand. Die Versuchung scheint groß, auch mit den Riesenlöchern noch Geld zu verdienen: Als Abfallgrube.

So sollte schon beim ehemaligen Steffeln-Kopf, einer der ersten verkauften Berge, das Loch mit Industrieklärschlamm aus dem Frankfurter Raum aufgefüllt werden. Aber der Gemeinderat von Steffeln entschied sich weitsichtig und verantwortlich dagegen,  da die Quelle für das Trinkwasser im Umkreis des Steffeln-Kopfes lag und eine Verunreinigung des Grundwassers befürchtet wurde.

Für die Grube am und im Naturschutzgebiet Wartgesberg bei Strohn entschied die Gemeinde anders: In den vergangenen Jahren wurde die Bergruine bereits als Deponie für „unbelasteten Erdaushub“ und „Straßenkehricht“ genutzt, doch nun sollen für weitere sechs Jahrzehnte jetzt jedes Jahr 100.000 Tonnen Bauschutt und Industrieabfälle im ehemaligen Landschaftsschutzgebiet deponiert und ein Ersatzberg mit Müll produziert werden.

Es gehe um die Erfüllung einer alten Auflage im Betriebsplan, die „Verfüllungspflicht“. Da im Landkreis viel zu wenig unbelastetes Material für die „Wiedernutzbarmachung“ der Lavagrube anfalle, müsse man zur  „Realisierung des Naturschutzgebietes“ eben große Mengen an „wenig belasteten Industrieabfällen“ verwenden.

Dazu zählen z.B.: Unverarbeitete Schlacken,  Ofenschlacke,  Boden und Steine, die gefährliche Stoffe enthalten, Kohlenteer,  asbesthaltige Baustoffe, Abfälle aus der Sanierung von Böden, die ebenfalls gefährliche Stoffe enthalten, Abfälle aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen, usw. Diese als gering belastet zu bezeichnen ist zweifelhaft. Kontrollen und nachvollziehbare Dokumentationen durch Fotos mit GPS-Koordinaten sind nicht vorgesehen. Überschreiten die Abwässer irgendwelche – nicht benannte Grenzwerte, landen die verunreinigten Mengen in der öffentlichen Kläranlage. Die Gebührenzahler haften so am Ende für die Verunreinigungen.

Gegenüber der Bevölkerung, die das Ganze ja schon gewohnt sei, ergebe sich durch die jahrzehntelange Verlängerung keine nachteilige Veränderung! Man werde am Rand der Deponie auch Bäume pflanzen.

Dabei kann die längst nicht mehr übliche Verfüllungspflicht mit einem Federstrich aufgehoben und der Unternehmer davon befreit werden! Das Naturschutzgebiet „Wartgesberg“ würde nicht zur Mülldeponie degradiert und der  Schaden für das „Gesundland“, das Grundwasser und den sanften Tourismus in der Vulkaneifel bliebe uns erspart!

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