Resolution der IG Eifelvulkane an die Landesregierung

Resolution der Interessengemeinschaft Eifelvulkane anlässlich des Besuchs von Innenminister Bruch in Hillesheim

Eifel ohne Vulkanberge?

Die  IG Eifelvulkane übergibt Herrn Minister Bruch die Resolution zur geplanten massiven Erweiterung der Abbauflächen für Lava- und Basaltvorkommen in der Vulkaneifel und bittet um Unterstützung unserer Aktion zum Erhalt der Vulkanberge und Weitergabe an Herrn Wirtschaftsminister Hering und die Landesregierung von Rheinland-Pfalz.

Die SPD-Landesregierung Rheinland-Pfalz hat im aktuellen Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz 2008 (LEP IV) für den Bereich der Vulkaneifel eine massive Erweiterung der Rohstoffabbaubereiche für Lava und Basalt von derzeit rund 400 ha auf über 2.000 ha festgelegt. Grundlage hierfür ist der Fachplan des Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB).

Die für die Regionalplanung in unserem Landesteil zuständige Planungsgemeinschaft Region Trier hat mit dem LEP IV den eindeutigen Auftrag erhalten, diese verbindlichen Vorgaben durch Festlegen von „Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für Rohstoffabbau“ zu konkretisieren. Dies hat zur Folge, dass die Rohstoffsicherung mit der mittel- und langfristigen exzessiven Landschaftszerstörung Vorrang vor allen anderen Nutzungen hat. Gleichzeitig formuliert das LEP IV für die Vulkaneifel aber auch das Vorrangziel „Tourismus- und Erholungsintensivierung aufgrund der umfangreichen Naturpotenziale“.

Gegen diese Planung der Landesregierung zur Rohstoffsicherung für Lava- und Basalt-vorkommen in der Vulkaneifel sprechen u.a. folgende wichtige Gründe:

  • Kein aktueller Bedarf zur Rohstoffsicherung: Die derzeitigen Abbauflächen reichen noch für Jahrzehnte zur Deckung selbst der aktuellen Nachfrage;
  • Lava ist als Rohstoff zu wertvoll, aber auch zu billig zu gewinnen: Ein künstliches Überangebot von preiswerten Abbaumassen behindert die positiven Bestrebungen von Politik und Gesellschaft, aber auch der Baustoffindustrie, anstelle der wertvollen Rohstoffe die vorhandenen Recyclingmaterialien verstärkt einzusetzen ;
  • Grubeneifel anstelle Vulkaneifel: Das vorrangige Raumordnungsziel „Weiterentwicklung der Erholungslandschaft Eifel“ wird durch eine noch exzessivere Landschaftszerstörung als zwangsläufige Folge der Rohstoffgewinnung vor allem in der Vulkaneifel untergraben;
  • Sicherung für spätere Generationen: Die angestrebte Sicherung von Lava- und Basaltlagerstätten vor Fremdnutzungen  kann wie bisher auch über die kommunale Bauleitplanung und über die Ausweisung von Naturdenkmälern und Naturschutzgebieten erfolgen;
  • Übernahme in die kommunale Bauleitplanung ohne Möglichkeit der Einflussnahme: Mit der Festlegung im Regionalplan ist in den Rohstoff-vorranggebieten der Lagerstättenabbau  nach dem Bergrecht grundsätzlich freigegeben. Eine erneute      Abwägung mit kommunalen, naturschutzrechtlichen und privaten Belangen findet in der Regel nicht mehr statt;
  • Die Interessenvertretung in der Regionalvertretung ist bei lediglich ca. 5 Mitgliedern aus unserer Teilregion von insgesamt 55 Stimmberechtigten nicht gewährleistet:  90 % der Mitglieder sind nicht betroffen;
  • Vulkankörper als unsere wichtigsten Wasserspeicher: Die für die Eifel wirtschaftlich bedeutsame Gewinnung von Trinkwasser und Mineralwasser wird durch den Abbau der Vulkane stark belastet;
  • Berge wachsen nicht nach: Die bereits eingeleitete Landschaftszerstörung verstreut über die gesamte Vulkaneifel auf einer Fläche von 4 Quadratkilometern wird bei einer weiteren Ausdehnung selbst unterhalb der geplanten Verfünffachung auf 20 Quadratkilometer zu einer unumkehrbaren Zerstörung der Landschaft und der Heimat der Bewohner der Vulkaneifel führen.

Deshalb fordern wir:

Keine weiteren Lava- und Basaltgruben!

Rücknahme der Planungsvorschläge des Landesamtes für Geologie und  Bergbau (LGB).

Hände weg von allen Bergen mit Naturschutzgebieten und Naturdenkmalen!

Keine Vorranggebiete Rohstoffsicherung und kein Abbau vulkanischer Gesteine, wo bisher oder schon seit längerer Zeit kein Abbau stattfand.

Für die IG Eifelvulkane: Hartmut Schmidt, Daun

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