Antwort der Kandidatin der FWG für die Landtagswahl, Karin Pinn

Frau Pinn hat unseren Fragebogen nicht benutzt. Deshalb zitieren wir aus ihrer Antwort:

Lieber Herr Thielen-Redlich, lieber Herr Schmitt!Als Vorsitzende der FWG Vulkaneifel antworte ich Ihnen.

Allerdings halte ich die Fragen zum Teil für suggestiv und möchte deshalb eine den Fragen übergreifende Antwort geben.

Meinen Fraktionsmitgliedern und mir ist die Landschaft der Eifel so wie sie ist, wichtig und ist uns als Einwohner der Eifel ans Herz gewachsen.

Wir leben, arbeiten und engagieren uns alle hier in unserer Heimat:

Wir würden uns nicht in kommunalen Gremien engagieren, wenn der Profitgedanke bei uns im Vordergrund stünde. Politisch arbeiten wir bisher ausnahmslos ehrenamtlich in unserer Freizeit.

Die FWG Fraktion hat als einzige Fraktion im Kreistag beantragt, dass die Verwaltung in der Aprilsitzung umfangreich über den Planungstand Rohstoffsicherung informiert.

Wir sind zudem der Meinung, dass der Kreistag vor der Anhörung in der Planungsgemeinschaft eine Meinungsbildung im Kreistag herbeiführen sollte.

Damit die Fachausschüsse und die Regionalvertretung in der Planungsgemeinschaft den Wunsch des Kreises Vulkaneifel bei der Beschlussfassung kennen und mit berücksichtigen können.

Die Fraktion der FWG in der Planungsgemeinschaft Region Trier beabsichtigt außerdem im Frühjahr 2011 in der Vulkaneifel zu tagen und sich über die Situation vor Ort zu informieren.

Herr Felten vom Nabu wird den FWGlern Rede und Antwort stehen.

Mit diesen Aktivitäten möchten wir zu einer besseren und transparenten Meinungsbildung beitragen.

Entscheiden kann nur die Mehrheit in der Regionalvertretung.

Ein weiterer Vorschlag könnte die Änderung der Einnahmenverteilung aus dem Rohstoffabbau sein. Vorstellbar wäre, dass die Einnahmen aus dem Abbau zukünftig der ganzen Region zu Gute kommen und nicht mehr den einzelnen Ortsgemeinden – schließlich trägt die ganze Region auch die Nachteile des Abbaus.

Dadurch werden die Berge eher als Gemeingut betrachtet und nicht mehr nur als schnelle Geldquelle. Voraussetzung hierfür sind aber Änderungen der bisherigen Gesetze.

Solche Gesetzesänderung können wir aber besser vorantreiben, wenn wir zukünftig im Landtag vertreten sind.

Es ist auch zu bedenken, dass der Abbau und die Verarbeitung der gewonnenen Rohstoffe einen großen Beitrag zur einheimischen Wirtschaft leisten. Immerhin arbeiten ca. 1.000 Menschen direkt oder indirekt in einheimischen, wohnortnahen Wirtschaftsbetrieben. Wichtig ist aber hier die Erkenntnis, dass dieser Wirtschaftszweig immer vom Verbrauch endlicher Ressourcen abhängig ist und in Folge dessen nicht nachhaltig ist. Deshalb halten wir es für notwendig den betroffenen Betrieben und Arbeitnehmern eine langfristige Perspektive hin zu neuen, nachhaltigen Erwerbsmöglichkeiten zu eröffnen und die Abbaubetriebe Schritt für Schritt zurück zu führen. Da ein solcher Prozess sehr langfristig gestaltet werden muss, halten wir es auch für notwendig jetzt damit zu beginnen. Dabei halten wir es für sinnvoll und notwendig im anstehenden Entscheidungsprozess um die Ausweisung von Abbaugebieten klare Grenzen aufzuzeigen. In einem konstruktiven Meinungsbildungsprozess gilt es zu klären, welche Rohstofflager in der beschriebenen Übergangsphase zum Abbau freigegeben werden sollen und welche Berge zukünftig tabu sind. In diesem Prozess halten wir es auch für unverzichtbar andere, vom Abbau möglicherweise betroffene Wirtschaftszweige der Region zu beteiligen. Dazu gehören z.B. die einheimischen Brunnenbetriebe, die Wasserwirtschaft, die Land- und Forstwirtschaft und den Tourismus. Wir halten es auch für notwendig wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Ausweisung von weiteren Abbaugebieten und Tabuflächen zu berücksichtigen. Um verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen zu können muss man wissen, welche möglichen Einflüsse ein Abbau an einer bestimmten Stelle auf die anderen Bereiche hat, wie ein Abbau z.B. hydrogeologisch zu bewerten ist. Im Zweifelsfall sollten der eine oder andere Berg dann lieber nicht abgebaut werden. Dies ist besser, als nachher feststellen zu müssen, dass Grundwasservorräte oder Brunnen durch einen falschen Abbau unwiederbringlich zerstört wurden.

Karin Pinn

Vorsitzende FWG Vulkaneifel“

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