Appell der Interessengemeinschaft Eifelvulkane

Die Eifelvulkane brauchen Unterstützung!

Nächstes Treffen: Donnerstag, den 28.9 2017, 19:00 Uhr im Gasthaus Staudt, Pelm.
Lesen Sie den Appell unserer Interessengemeinschaft zum Erhalt der Eifelvulkane und unterstützen Sie unsere Arbeit durch Weitersagen und Mitmachen. Auch eine „Spende für IG Eifelvulkane“ sind uns sehr willkommen:
Konto IBAN DE64 2011 0022 3030 7813 83, BIC PBNKDEFF (Postbank)

Die Vulkaneifel, eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft, ist bedroht!

Die Besonderheit dieses Eifellandes mit seinen Vulkanen wird durch Begriffe wie „Gesundheitslandschaft Vulkaneifel“, „Geopark“, „Deutsche Vulkanstraße“  und letztlich mit der Gründung des „Naturpark Vulkaneifel“ zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Ganz im Widerspruch hierzu stehen nun neueste Planungen: Die Abbauflächen sollen in einem neuen regionalen Raumordnungsplan nach dem Willen des Landesamtes für Geologie und Bergbau (Bergamt) von  ca. 400 ha auf mehr als 2.000 ha ausgedehnt werden!

Dabei ist die Vulkaneifel schon genug durch die Abbauindustrie zerstört worden. Bei einer Verwirklichung dieser Pläne wären zahlreiche weitere Vulkanberge, -kuppen und Hänge von der Zerstörung bedroht. Die einzigartige Landschaft der Vulkaneifel würde ihr charakteristisches Gesicht und damit auch ihre Attraktivität unwiderruflich verlieren.

Das Maß ist schon jetzt überschritten!  Mit jedem Vulkanberg verschwindet ein Stück Heimat. Die Interessengemeinschaft  Eifelvulkane will  einen Ausverkauf  der  heimischen Vulkanlandschaft unbedingt verhindern.

In den vergangen Jahrzehnten sind bereits wichtige und markante Vulkankegel dem rasant vorangetriebenen Gesteinsabbau zum Opfer gefallen, u.a. der Steffelberg, der ein Naturdenkmal war, der Goßberg in Walsdorf, die Löhley in Weiersbach und andere mehr. Viele weitere drohen mitsamt den Wäldern vernichtet zu werden.  Außerdem sind die Vulkanberge der Eifel nicht nur eine Rohstoffquelle für die Industrie. Sie bilden vor allem die existenzielle Grundlage  für zahllose Lebensbereiche der Region. Hier ist an erster Stelle die Wasserversorgung zu nennen. Die meisten Quellen entspringen auf oder an den Hängen dieser Berge. Lava und Basalt sind hier die Sammler und Speicher von Grundwasser, die mit dem Abbau unwiderruflich verloren gehen. Auch die Mineralquellen, ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region,  wären von einem verschärften Abbau betroffen.

Die Vulkanberge sind Heimat einer Vielzahl von Pflanzen, Kräutern und Tieren, auf ihren Kuppeln wachsen uralte Eichen und Buchen, die besonders in Zeiten von Klimawandel und weltweiter Waldrodungen zu bewahren sind. Auch dienen die Berge als Windschutz und sind für das lokale Klima (Abregnen) bedeutsam, deshalb sind Forst – und Landwirtschaft ebenfalls von dem Abbau der Berge nachteilig betroffen. Nach wie vor sind diese Bereiche Lebens – und Arbeitsgrundlage für viele Menschen der Region. Von „Nachhaltigkeit“ oder „Rekultivierung“ zu reden wie es die Abbaufirmen oder wie in der Gründungsurkunde des Naturpark Vulkaneifel zu lesen ist, ist blanker Hohn.

Auch einer „Gesundheitslandschaft“ mit „therapeutischen Wegen“, wie sie zurzeit angestrebt und mit Landesmitteln gefördert wird, steht der Abbau absolut entgegen. Der Tourismus als wichtiger und zukunftsfähiger Wirtschaftszweig mit einem großen Arbeitskräftebedarf lebt von einer intakten, vitalen Landschaft, ebenso die Forst- und die Landwirtschaft, welche die Eifel über Jahrhunderte geprägt hat.

Viele Menschen aus Deutschland und Nachbarländern kommen in die Vulkaneifel, um die schöne Landschaft, die Ruhe und die gute Luft zu genießen, durch die Vulkanlandschaft zu wandern und /oder Ferienwohnungen zu mieten. Von diesen Einnahmen leben viele  Gaststätten, Läden, kleinere und größere Betriebe, profitiert die gesamte Region.

Doch leider stößt der Wanderer, wohin er sich auch wendet, immer öfter auf eine Lavagrube, sei es am Nerother Kopf, am Fuchskopf, Scharteberg und all den anderen Orten. Auch wenn jetzt verstärkt versucht wird, stillgelegte Lavagruben als „Geopark“ touristisch zu vermarkten,

eine einmal zerstörte Landschaft ist auch durch die aufwändigsten Renaturierungsmaßnahmen nicht mehr zu reparieren. Berge wachsen nicht nach. Die Eifel als naturnahe, zukunftsfähige  Erholungslandschaft ist infrage gestellt.

Der Schwerlastverkehr, die Lärmbelästigung und Luftverschmutzung haben durch den Abbau stark zugenommen und vielerorts zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität geführt. Dies wird weiter zunehmen.

Geschah der Abbau früher eher  noch in maßvollem Umfang – Lava und Basalt sind in der Eifel traditionelle Baustoffe für den Haus- und Wege-, Straßenbau, so hat sich dies durch den stark gestiegenen Bedarf  für den Autobahnbau seit Beginn der NS-Zeit und verschärft seit den 60er Jahren erheblich geändert.

Durch den technischen Fortschritt zusätzlich forciert, erfolgt der Abbau heute in  Dimensionen, die immer mehr einem Raubbau gleichkommen.

Als  rechtliche Grundlage für den Gesteinsabbau dient das bestehende Bergbaugesetz. Es fußt noch auf der preußischen Gesetzgebung und auf Verordnungen aus dem Jahr 1934! Dem heutigen Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB, ehemals Bergamt) unterstehen der Abbau und die „Sicherung der Rohstoffvorkommen“

Im regionalen Raumordungsplan kann über alle Beschlüsse von Land, Kreis und Gemeinden hinweg festgelegt werden, wo und in welchen Umfang Lavabbau betrieben werden kann.

Durch entsprechende Festschreibungen in dem regionalen Raumordnungsplan kann es „von oben“, d.h. über alle Beschlüsse von Land, Kreis und Gemeinden hinweg festlegen, wo und in welchem Umfang Lava- und Basaltabbau betrieben werden kann. Über den konkreten Plan entscheidet innerhalb der kommenden Monate eine Planungsgemeinschaft mit Sitz in Trier.

Mitsprache und -gestaltung duch politische Gremien wie Gemeinde- oder Kreistag sind hierbei weitgehend ausgeschlossen, da es sich ja um „Vorranggebiete“ handelt, wo auch Naturschutz nichts gilt und hilft.

Hier zählt offensichtlich nicht einmal mehr unser Grundgesetz:

Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus

Und wie ist das mit der Landesverfassung von Rheinland Pfalz zu vereinbaren, in der es heißt:

Art.69 (Abs1):  „ Der Schutz von Natur und Umwelt als Grundlage gegenwärtigen und zukünftigen Lebens ist Pflicht des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie aller Menschen.“

Art.69(Abs.2): „Besonders zu schützen sind Boden, Luft,Wasser.Ihre Nutzung ist der Allgemeinheit und künftigen Generationen verpflichtet.“

Wie sieht es mit der Einhaltung der Schutzbestimmungen des Naturparkes Vulkaneifel aus:

§5, Abs.1(1):  „Die Vulkaneifel mit ihren vulkanischen Zeugnissen, Maaren, Mooren, Bächen, Wiesen, Weiden, Tälern, Bergen, Wäldern und Trockenrasen (ist) als großräumiges, einheitliches, für Natur und Landschaft bedeutendes Gebiet zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts zu erhalten oder wiederherzustellen“.

Als Rechtfertigung für den Abbau wird immer gesagt, dieser diene dem wirtschaftlichen Fortschritt, und dies komme allen zugute. Wie sieht aber die Wirklichkeit aus?

Der Abbau von Lava führt nicht zu mehr Arbeitsplätzen in der Region, vor allem, weil dabei immer mehr schwereres Gerät eingesetzt wird und diese Arbeitsplätze nur temporär und marginal sind. (*) Wenn alles Lava- und Basaltgestein abgebaut ist, verschwinden auch diese Arbeitsplätze.

Der Lava-Abbau bringt den meisten Gemeinden in der Region auch keinen materiellen Vorteil,  denn die Gemeinden müssen alle Kosten für die Erstellung und Erhalt der Infrastruktur tragen wie für die Schäden an den Straßen durch den starken Schwerlastverkehr.. Nur die jeweiligen Gemeinden, in deren Gemarkung die Vulkanberge liegen, profitieren hiervon durch den Bruchzins, den sie von den Abbaufirmen erhalten, mit dem sie eigene Projekte wie Gemeindehäuser, Tennisplätze usw. finanzieren, während den Nachbardörfern nur die negativen Auswirkungen wie Lärm, Erschütterungen und Verkehr bleiben. Trotz der möglichen Einnahmen haben sich Gemeinden gegen den Abbau „ihrer Berge“ ausgesprochen, so z.B. Steinborn, Neunkirchen und Waldkönigen, aber auch Gerolstein. Auch ein früherer Kreistagsbeschluss spricht sich gegen die Ausweisung neuer Abbauflächen aus.

Wir fragen: Was ist eine Demokratie ohne angemessene Partizipation?

Die Zeit ruft nach Mitbestimmung und Beteiligung durch die Menschen in der Region.

Was bliebe von der Vulkaneifel ohne ihre Vulkanberge?

–        Der Abbau der Vulkanberge kommt einer Enthauptung der Eifel gleich.

–        Wenn ein Vulkankegel abgebaut ist, kann er nie wieder aufgebaut werden

–        Mit jedem Vulkanberg verschwindet ein Stück Heimat, ein Wald, ein Naturdenkmal.

–        Die massiven Eingriffe in Natur und Landschaft widersprechen allen Zielen und Bekundungen die Nachhaltigkeit, den Naturschutz, den Naturpark, die Erholungs- und Gesundheitslandschaft betreffend.

Wir fordern daher:

–         Keine Ausweitung der Abbauflächen in dem regionalen Raumordnungsplan

–         Hände Weg von allen Naturdenkmalen, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten

–         Reduzierung der bestehenden Gruben auf einige wenige Tagebaue

Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen unerlässlich:

–         Überprüfung und Demokratisierung des bestehenden  Bergbaugesetzes.

–         Überprüfung der Planungen in Bezug auf die bestehenden EU-Förderrichtlinien, insbesondere in Bezug auf regionale Förderung von Umweltschutz und Tourismus.

–         Berge und Landschaft sind Allgemeingut und gehören nicht einzelnen Gemeinden. Deshalb breitere Mitbestimmung und Verteilung der Einnahmen aus dem Abbau.

–         Kein weiterer Verkauf oder Verpachtung von Gemeindeflächen an Abbaubetriebe.

Vor allem fordern wir:

Umfassende Information der Bevölkerung über alle offenen Fragen bezüglich der geplanten Abbauprojekte mit ihren Folgen, über die zukünftige Gestaltung der Vulkaneifel, den tatsächlichen Bedarf von vulkanischem Gestein regional, national und international.

Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung bei den elementaren Zukunftsfragen.

Mit diesem Appell richten wir uns an alle Menschen, denen der Erhalt der Vulkaneifel-Landschaft am Herzen liegt, und verteilen ihn bei:

– Kirchen, Schulen, Verbänden, Vereinen, Parteien

– Fremdenverkehrsgewerbe, Heilstätten, Gesundheitsdiensten

– Wasserbetrieben, Bauern- und Naturschutzverbänden

– Natur- und Geopark GmbH

– politisch Verantwortlichen und Behörden

– regionale und überregionale Medien

Der Prozess der weiteren Zerstörung der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft der Vulkaneifel durch den Bergabbau zugunsten partikularer ökonomischer Interessen muss sofort und nachhaltig gestoppt werden.

Es ist dringend – die Entscheidungen stehen an!

(*) Zahlenvergleich Gastgewerbe/Steine, Erden von der IHK Trier, in:  Dokumentation des Symposiums „Lava-Abbau und Landschaftsschutz in der Eifel“ 2007 , Rhein. Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Sonderdruck Rhein. Heimatpflege 3/2008

Kontakt:

lydia.schend@yahoo.de

Lydia Schend, Tel. 06592-982333

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Eine Antwort zu Appell der Interessengemeinschaft Eifelvulkane

  1. Ursula Selle schreibt:

    Als gebürtige Eiflerin unterstütze ich Ihre Forderung – was ´kann ich tun?
    Frdl. Grüße

    Ursula Selle

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